Die TSG Nattheim hat den letzten Kampftag der Saison in der Landesklasse Württemberg mit einem knappen, aber verdienten 16:15-Heimsieg gegen die KG Königsbronn/Faurndau abgeschlossen. Vor gut gefüllter Halle entwickelte sich am 20. Dezember 2025 ein spannender Mannschaftskampf, der für die Zuschauer noch einmal alles bot, was den Ringkampfsport ausmacht: Emotionen, enge Entscheidungen und starke Einzelleistungen. Für die TSG war es zugleich der Schlusspunkt einer intensiven Saison, an deren Ende die Vizemeisterschaft steht.
Der Abend begann optimal für die Gastgeber. In der Klasse bis 57 kg Griechisch-Römisch stand Jonathan Frey kampflos auf der Matte, da die Gäste keinen Ringer stellten. Die TSG ging früh mit 4:0 in Führung und setzte damit ein erstes Zeichen. Kurz darauf baute Dima Shavadze im Schwergewicht bis 130 kg Griechisch-Römisch den Vorsprung aus. Nach nur wenigen Sekunden brachte er seinen Gegner Julian Philipp Mazko auf die Schultern und sorgte mit einem Schultersieg für weitere vier Mannschaftspunkte.
Doch die KG Königsbronn/Faurndau meldete sich zurück. Noor Abusleih lieferte sich im Freistil bis 61 kg einen intensiven Kampf mit Nikolai Blum. Abusleih ging mutig in die Aktionen, musste sich am Ende aber geschlagen geben. Der Schultersieg für die Gäste brachte den ersten Dämpfer für die TSG. Unglücklich verlief der Kampf von Marvin Joos bis 98 kg Freistil. In einem ausgeglichenen Kampf bei dem beide Athleten punkteten, verletzte sich Joos unglücklich und musste den Kampf aufgeben.
In dieser Phase war es wichtig, dass die TSG ihre Leistungsträger auf die Matte brachte. Akif Sen zeigte im Griechisch-Römischen Stil bis 66 kg einmal mehr seine Klasse. Nach ausgeglichenem Beginn übernahm er zunehmend die Kontrolle, punktete konsequent und gewann schließlich durch Technische Überlegenheit. Es war ein Auftritt, der seine Bedeutung für die Mannschaft unterstrich und die TSG wieder in Führung brachte.
Auch Andreas Wiedemann ließ im 86-kg-Limit Griechisch-Römisch keinen Zweifel aufkommen. Von Beginn an bestimmte er den Kampf, setzte Angriff auf Angriff und beendete das Duell vorzeitig mit einem klaren Sieg durch Technische Überlegenheit. Die TSG hatte sich damit ein Polster erarbeitet, doch entschieden war der Mannschaftskampf noch lange nicht.
Im Freistil bis 71 kg musste sich Niels Heißler nach sechs intensiven Minuten knapp geschlagen geben. Heißler hielt gut dagegen, sammelte wichtige Punkte, doch Maddox Amaru Trcol hatte am Ende die Nase vorn. Auch Alexander Eßlinger zeigte im 80-kg-Freistil einen engagierten Auftritt und sicherte am Ende den Sieg für die TSG. Der Kampf war offen und ausgeglichen, Eßlinger suchte immer wieder den Angriff, wobei er einmal kurz vor dem Schultersieg stand. Am Ende verlor aber knapp nach Punkten, was dennoch den Gesamtsieg für die TSG sicherte.
Im 75-kg-Limit Griechisch-Römisch traf Felix Kurz auf Oliver Schuler. Kurz versuchte, den Kampf lange offen zu halten, musste sich jedoch früh geschlagen geben. Trotz der Niederlage reichte es am Ende hauchdünn zum 16:15-Gesamtsieg für die TSG Nattheim. Der Jubel nach dem Abpfiff war groß, auch weil man sich diesen Erfolg hart erarbeitet hatte.
Mit diesem Sieg beendet die TSG Nattheim die Saison auf dem zweiten Tabellenplatz. Ob dieser Rang zum Aufstieg in die Landesliga berechtigt, wird sich noch zeigen. Unabhängig davon fällt das Fazit positiv aus. Nach einem personellen Umbruch und trotz sechs Strafpunkten zu Saisonbeginn zeigte die Mannschaft eine geschlossene Leistung. Man setzte überwiegend auf eigene Ringer sowie Athleten vom Partnerverein AC Amstetten. Vor allem die jungen Ringer machten im Laufe der Saison deutliche Fortschritte.
Ein Kapitel endet jedoch: Akif Sen wird die TSG verlassen und eine neue Herausforderung bei einem höherklassigen Verein suchen. Für die kommende Saison gilt es, diesen Weg fortzusetzen und auf dem Erreichten aufzubauen.







